BAU.MENSCH.
Der längste Teil des Hausbaus beginnt oft vor dem ersten Spatenstich
Ein wichtiger Teil des Bauprojekts wird häufig unterschätzt: der Weg von der ersten Planung bis zur rechtskräftigen Baubewilligung.
Viele Bauherren beschäftigen sich monatelang mit Grundrissen, Fassaden oder der Haustechnik. Die Vorfreude auf das eigene Zuhause wächst mit jeder Entscheidung. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn die Planung abgeschlossen ist, die ersten Firmen bereits ausgewählt wurden – und trotzdem noch kein Baustart in Sicht ist.
Ein wichtiger Teil des Bauprojekts wird häufig unterschätzt: der Weg von der ersten Planung bis zur rechtskräftigen Baubewilligung.
Aus meiner Erfahrung wird die eigentliche Bauzeit meist realistisch eingeschätzt. Wie lange es jedoch dauern kann, bis der erste Bagger tatsächlich anrollt, überrascht viele Bauherren. Nicht selten höre ich von Bauherren: „Eigentlich wollten wir schon längst bauen.“
Bevor gebaut werden darf, müssen Planungen erstellt, Unterlagen zusammengestellt und das Bauvorhaben bei der Behörde eingereicht werden. Danach folgen Prüfungen, Rückfragen, Verbesserungsaufträge oder – je nach Projekt – auch Stellungnahmen anderer Fachabteilungen und eine Bauverhandlung.
Eine oft unterschätzte Rolle spielt dabei die frühzeitige Abstimmung mit der Baubehörde. Viele Fragestellungen lassen sich bereits vor der Einreichung klären. Werden mögliche Problemstellungen frühzeitig erkannt, können Planungen angepasst und spätere Verzögerungen vermieden werden. Ein Gespräch im Vorfeld spart oft viel Zeit im Verfahren.
Auch Nachbarrechte können Einfluss auf den Ablauf nehmen. Einwendungen oder offene Fragen führen nicht selten dazu, dass sich der gewünschte Baustart verschiebt.
Für viele Bauherren ist diese Phase besonders herausfordernd. Man hat das Grundstück gekauft, viel Zeit und Geld in die Planung investiert und möchte endlich loslegen. Doch genau in dieser Phase sind Geduld und eine gute Vorbereitung gefragt.
Nicht selten vergeht zwischen der ersten Planung und der rechtskräftigen Baubewilligung mehr Zeit als später für die Errichtung des Rohbaus.
Der Weg zur Baubewilligung gehört heute genauso zum Bauprojekt wie die Baustelle selbst. Wer diesen Abschnitt realistisch einplant und frühzeitig das Gespräch mit allen Beteiligten sucht, schafft die Grundlage für einen erfolgreichen und deutlich entspannteren Projektstart.
Expertentipp vom Baumeister:
Suchen Sie bereits vor der Einreichung das Gespräch mit Ihrer Baubehörde und Ihrem Planer. Viele Fragestellungen lassen sich im Vorfeld klären und ersparen spätere Verbesserungsaufträge, Verzögerungen und unnötige Kosten.
Meine Botschaft:
Der Traum vom Eigenheim beginnt nicht mit dem ersten Bagger – sondern lange davor. Wer den Weg zur Baubewilligung realistisch einplant, erspart sich Enttäuschungen und schafft die Grundlage für einen erfolgreichen Baustart.
Daniel Steinlechner
